Landesliga Thüringen

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aktueller SR-Plan stand: 29. August 2010


Übersicht Eishockey-Schiedsrichter des TLV Eissport e.V.
stand: in Bearbeitung

Wer auf den Schiedsrichter schimpft, der hat das Spiel nicht begriffen.
So einfach ist das im Eishockey. Die Unparteiischen werden nämlich oft und vor allem unnötigerweise zum Sündenbock abgestempelt. Aber die Frauen und Männer mit den schwarz-weiß gestreiften Hemden wollen sich als Spielleiter und Sportler verstanden wissen, die nur für eine reibungslose Spielabwicklung sorgen. Sie sind so etwas wie der Spielmanager.
Um das gewährleisten zu können mussten sich auch die Regelhüter wie ein Spieler einer intensiven Vorbereitung unterziehen. Bei vier viertägigen Lehrgängen im Bundesleistungszentrum in Füssen wurden insgesamt 169 Haupt- und Linien-Schiedsrichter, 15 Beobachter, je zwei Teilnehmer aus Ungarn und der Schweiz sowie zwei Obleute aus den Landesverbänden geschult. Unter den Teilnehmern befanden sich 28 Neulinge, so viele wie noch nie, was für die verbesserte Nachwuchssituation im Schiedsrichterwesen spricht. Unter den Neulingen war mit Markus Schütz auch ein ehemaliger Spieler.
Vieles drehte sich bei den Schulungen um das 1,83 Meter breite und 1,27 Meter hohe Eishockey-Tor. Bestens vorbereitet wurden die Lehrgänge vom Schiedsrichter-Ausschuss des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) unter der Führung von Obmann Gerhard Lichtnecker, Gerhard Müller, Stefan Trainer, Holger Gerstberger und Mike Strobl.
Im Rahmen der Lehrgänge wurde bereits im fünften Jahr die Leistungsdiagnostik durch Dr. Andreas Martinschek vom Universitätsklinikum in Mannheim mit Team durchgeführt. Neben sportartspezifischen Tests zur Kraft, Koordination, Kraftausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit wurde auch die Ausdauerleistungsfähigkeit der Schiedsrichter mittels eines Lactat- und kardiovaskulärem Funktionstest überprüft und individuelle Trainingsempfehlungen ausgesprochen. Der Lactattest wird zweimal pro Jahr vorgenommen, vor der Saison und vor den Play-offs. Seit Einführung der sportmedizinischen Messungen zieht Dr. Martinschek ein positives Fazit: „Die körperliche Leistungsfähigkeit der Schiedsrichter hat sich erneut deutlich verbessert.“ Die Unparteiischen sind bestens gerüstet. Auch die 28 Neulinge haben einen vielversprechenden Eindruck hinterlassen. Durch intensive Testverfahren gelingt es frühzeitig, geeignete Kandidaten zu identifizieren und Trainingsfortschritte festzuhalten. Der Schweizer Eishockeyverband habe bereits eine Anfrage zur Übernahme des Testverfahrens gestellt.
Die Regelkunde nahm wieder breiten Raum ein, die Regelreferent Müller bestens vorbereitet hatte. Videobeispiele unterstützten die Schulung. Zahlreiche Regeländerungen und Modifizierungen wurden erläutert. Hier die wichtigsten im Kurzüberblick:

  1. In der neuen Saison läuft die Uhr immer rückwärts. Damit soll in der Endphase der Drittel ermöglicht werden, dass Nachkommastellen bei den letzten Spielsekunden angezeigt werden können.
  2. Verliert ein Spieler seinen Helm, so muss er sofort das Eis verlassen.
  3. Die Wechselzone an den Spielerbänken ist von drei auf 1,50 Meter reduziert worden.
  4. Die kleine Bankstrafe wird nicht mehr von irgendeinem Spieler abgesessen, sondern von einem Spieler, der im Moment des Regelverstoßes auf dem Eis war.
  5. Der Penalty muss vom Gefoulten ausgeführt werden. Bei Verletzung kann ein Ersatzmann benannt werden, der aber zum Zeitpunkt der Unterbrechung auf dem Eis gewesen sein muss.
  6. Wird eine kleine Strafe gegen das Unterzahlteam angezeigt und ein Tor erzielt, dann erlischt die laufende Strafe. Die angezeigt Strafe kommt in die Uhr.
  7. Liegt ein Spieler verletzt auf dem Eis, darf ein Arzt oder Betreuer ohne Einladung des Schiedsrichters das Eis bei Spielunterbrechung betreten.
Regelreferent Müller ist mit den Ergebnissen der Teilnehmer sehr zufrieden. „Der Ausbildungsstand unserer Schiedsrichter ist ein sehr guter. Unsere Leute haben die Basis, um optimale Spielleitungen abliefern zu können. Gleichwohl besteht immer ‚Luft nach oben’.“
Neu ins Schulungsprogramm aufgenommen wurde das Thema „Life Kinetik“. Diplomsportlehrer Horst Lutz erklärte die Kombination aus Wahrnehmung, Gehirnjogging und Bewegung, die zu mehr Leistung verhilft. Ein Beispiel dafür, dass die Referees nach neuesten Methoden unterrichtet worden sind und ihnen Hilfsmittel an die Hand gegeben werden, um ihren Job optimal ausüben zu können.
Geübt und geschult wurde aber nicht nur in der Theorie. Auch in der Praxis auf dem Eis mussten die Schiedsrichter ihre Fertigkeiten unter Beweis stellen. Hier hatte Mike Strobl ein umfangreiches Programm für die Teilnehmer zusammengestellt. Erfreulich war auch, dass die beiden deutschen Profi-Schiedsrichter Daniel Piechaczek und Georg Jablukov die Eisarbeit hervorragend unterstützt haben.
Das Fazit der Vorbereitung fasst Obmann Lichtnecker zusammen: „Die erzielten Ergebnisse waren sehr gut. Unsere Schiedsrichter haben sich weiter verbessert. International haben wir einen sehr hohen Level erreicht.“ Die Unparteiischen haben einen sehr guten Standard erreicht. Die deutschen Eishockey-Schiedsrichter gehen gut gerüstet in die Saison 2010/11.
Quelle DEB-SRA, Dirk Meier



Berichtsarchiv:
Zwei weitere Schiedsrichter auf dem Weg zum DEB
Link zum Bericht vom 20.08.2009  

Schiedsrichterbeobachter als Coach des Referee

Link zum Bericht vom 01.03.2009  

Nachwuchs gesucht:
 Schiedsrichter – ein „schwieriger Job“?!?
Link zum Bericht vom 30.09.2008